Projekt-Logbuch

Fünf Schulen in Duisburg-Marxloh arbeiten im Bildungsfairbunt gemeinsam mit Stadt, Land und Stiftung für eine bessere Bildung der Kinder im Stadtteil. Wie das funktioniert, was sich vor Ort entwickelt und wie alles begann, ist hier dokumentiert.

  • Team Familiengrundschulzentren ist vollständig

    Mitte März nimmt die Leitung des Familienzentrum an der Regenbogenschule ihre Arbeit auf. Im März kann sich u.a. dadurch das Team „Familiengrundschulzentren“ im Bildungsfairbunt.Marxloh erstmalig mit allen Beteiligten treffen. Beim digitalen Treffen stehen folgende Fragen im Fokus: Wie schauen die unterschiedlichen Professionen an und um Schule auf die Familiengrundschulzentren? Wie können durch schulübergreifende Kooperation Synergien geschaffen werden? Im Bildungsfairbunt.Marxloh besteht das Team Familiengrundschulzentren aus Vertreterinnen und Vertretern der drei Grundschulen, der Gesamtschule, den Leitungen der Familiengrundschulzentren (FGZ) und der Schulsozialarbeit.

    Im Rahmen eines digitalen Treffens mit Christiane Mika, Leiterin der Libellen-Grundschule in der Dortmunder Nordstadt, lernen die Schulleitungen im März zudem das Netzwerk „Schulen im Dortmunder Norden“ kennen. Ein stetiger Austausch ist angedacht.

     

  • Teams Fairer Übergang und Fairer Start beginnen

    Beim ersten Treffen des schulübergreifenden Teams „Fairer Übergang“ im Februar zeigt sich, dass die Erwartungen der Grundschulen und weiterführenden Schulen größtenteils deckungsgleich sind. Es werden Ideen gesammelt und konkrete Maßnahmen festgelegt, um den Übergang von Klasse 4 zu Klasse 5 für die Schülerinnen und Schüler fair gestalten zu können: Hospitationen der Lehrkräfte an den unterschiedlichen Schulformen, Förderung der Viertklässlerinnen und Viertklässler in Ferienkursen, Aktionen für Viertklässlerinnen und Viertklässler, Vorstellung der weiterführenden Schulen. Im Bildungsfairbunt.Marxloh besteht das Team „Fairer Übergang“ aus Vertretern der fünf Schulen.

    Ende Februar trifft sich auch zum ersten Mal das schulübergreifende Team „Fairer Start“. Bei dem Treffen wird thematisiert, dass die Schulanfängerinnen und Schulanfänger ohne Kita-Erfahrung einen großen Anteil in den Grundschulen ausmachen. Es werden Ideen gesammelt, was die Schulen für einen fairen Start in die Schulzeit benötigen: andere Räumlichkeiten, einen täglichen begleiteten Schulanfang, mehr pädagogisches Personal und eine engere Zusammenarbeit mit Erzieherinnen und Erziehern.

    Mitte Februar nimmt die Leitung des Familiengrundschulzentrum an der Grundschule Sandstraße ihre Arbeit auf.

    Foto: Gebäude Sandstraße/Simone Wans

  • Der Lockdown geht weiter

    In allen Schulen und Schulformen wird der Unterricht nach den Weihnachtsferien ab dem 11. Januar 2021 als Distanzunterricht erteilt. Das stellt insbesondere Schulen in herausfordernden Lagen – wie in Duisburg-Marxloh – vor große Herausforderungen. Wie können Eltern, Schülerinnen und Schüler erreicht werden? Welche Lösungen gibt es, wenn es an technischen Kenntnissen oder Internetzugang bei den Familien fehlt? Wie geht man mit Sprachbarrieren um u.a. mit Blick auf die Kommunikation der Corona-Regeln? In Duisburg-Marxloh nutzen alle Beteiligten (Schulleitung, Kollegium, Schulsozialarbeit, Offener Ganztag, Familienzentren) die vorhandenen Ressourcen innovativ. Es gelingt weitestgehend, den Kontakt und das Lernen aufrecht zu erhalten. Beispielsweise helfen ältere Geschwister den Jüngeren bei dem Umgang mit IServ , da die Älteren durch die weiterführenden Schulen damit schon Erfahrung haben. Gleichzeitig werden Kinder aus Familien, die digital nicht zu erreichen sind, unter sicheren Schutzvorkehrungen zu regelmäßigen Einzel-Lerngesprächen eingeladen.

  • Bildungsfairbunt.Marxloh arbeitet mit IServ

    Für die Netzwerktreffen und die schulübergreifende Arbeit innerhalb des Bildungsfairbunt.Marxloh wird im November ebenfalls IServ eingerichtet.

  • Klausurtagung

    Im Oktober findet die Klausurtagung des Bildungsfairbunt Marxloh statt. Die Beteiligten, Schulleitungen sowie Vertreterinnen und Vertreter von Stiftung, Stadt und Land, treffen sich zwei Tage in Kamp-Lintfort. Es werden die Meilensteine für die kommenden Monate aktualisiert.

    Mitte Oktober nimmt die Leitung des Familiengrundschulzentrums an der Grundschule Henriettenstraße ihre Arbeit auf. Es handelt sich um die OGS-Leitung der Grundschule.

    Foto: Klausurtagung/Kerstin Lehner

  • Projektteam des Bildungsfairbunt. Marxloh ist komplettiert

    Anfang August wird die Personalstelle des Bildungsfairbunt im Ministerium für Bildung und Schule besetzt. Damit ist das Projektteam bestehend aus jeweils einer Mitarbeiterin/einem Mitarbeiter pro Kooperationspartner vollständig.

  • Förderrichtlinie für Familiengrundschulzentren

    Mitte April veröffentlicht das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen die Förderrichtlinie „kinderstark – NRW schafft Chancen“.

    Als Ziel der zukünftigen Familiengrundschulzentren in Marxloh wird die Stärkung der Kooperation zwischen Familien und Schulen definiert. Über passgenaue Angebote vor Ort sollen die vielfältigen Bedarfe der Kinder, Jugendlichen und Eltern in Marxloh aufgegriffen werden. Diese reichen von der Hilfe beim Lesen und Verstehen von Anträgen und Verträgen bis hin zu Fragen zu Versicherungsschutz oder Wohnangelegenheiten. Zum einen liegt der Fokus auf der systematischen Bündelung und Verzahnung der bestehenden Angebote und deren Andockung an Schule. Familien soll so möglichst direkt vor Ort weitergeholfen oder ihnen ein konkretes Angebot vermittelt werden. Zum anderen sollen auch neue Angebote und Kooperationen geschaffen werden, die Kinder und Eltern bei der Integration in den Schulalltag unterstützen (wie Eltern-Kind-Basteln und Bewegungsangebote).

    Für alle drei Grundschulen in Marxloh und drei weitere Standorte in Hochfeld beantragt die Stadt Duisburg Familiengrundschulzentren. Gleichzeitig kämpfen die Schulen mit der Pandemie und somit einer großen Belastung. Foto: Logo kinderstark

  • 1. Lockdown: Die Schulen werden geschlossen

    Sechs Wochen nach dem der Bildungsfairbunt.Marxloh gestartet ist, schließen am 15. März 2020 zum ersten Mal in der Pandemie die Schulen für den Präsenzunterricht. Während die weiterführenden Schulen in Duisburg-Marxloh zu diesem Zeitpunkt bereits mit IServ ausgestattet sind, über eigene Server verfügen und Eltern, Schülerinnen und Schüler Zugriff darauf haben, sind die Grundschulen kaum digital ausgestattet. Der Anbieter IServ bietet zu Beginn der Schulschließungen eine kostenlose Cloud-Version an. Die Grundschulen nutzen diese und die Stadt Duisburg übernimmt anschließend die Finanzierung. Keine der fünf Schulen verfügt zu diesem Zeitpunkt über eine gute Internetverbindung. Die weiterführenden Schulen werden im Verlauf des Jahres 2020 an das Glasfasernetz angeschlossen.

    Neben der Herausforderung die Schülerinnen und Schüler im Lockdown zu erreichen, stehen die Schulen auch vor der Aufgabe, im Kollegium neue Kommunikationskanäle einzurichten und das Kollegium zusammenzuhalten. Hier kommt ein Vorteil des Bildungsfairbunt.Marxloh zum Vorschein. Die Herbert-Grillo-Gesamtschule verfügt über eine große Aula und bietet den Kollegien der Grundschulen an, sich dort unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen zu treffen.

    Bereits im März wird deutlich, dass am geplanten Programm des Bildungsfairbunt nicht festgehalten werden kann. Ursprünglich waren zwischen den Kollegien gegenseitige Hospitationen geplant sowie Veranstaltungen zur schulübergreifenden Zusammenarbeit. Im Sommer sollte eine gemeinsame Reise nach Berlin und Potsdam führen, um beispielhafte Bildungsprojekte zu besuchen – den Campus Rütli, die Quinoa-Schule und das Oskar Stadtteilzentrum Potsdam. Es waren auch Hospitationen im Ruhrgebiet geplant – beispielsweise zur Grundschule Kleine Kielstraße in Dortmund. Diese Vorhaben werden aufgrund der Pandemie abgesagt.

  • Der Bildungsfairbunt.Marxloh startet

    Anfang Februar startet der Bildungsfairbunt.Marxloh offiziell. Die Arbeitsstrukturen werden thematisiert und eines der ersten Themen im Bildungsfairbunt ist das Thema der Übergänge zwischen den Schulformen. Wie können die Schulen beim Übergang von Grundschule zur weiterführenden Schule stärker zusammenarbeiten? Wie kann gemeinsam der richtige Weg für jedes Kind gefunden werden? Hier kann an Erfahrungen der Schulen angeknüpft werden.

    Zweites Thema der ersten Phase des Bildungsfairbunt ist das Thema der Familiengrundschulzentren.  Zu diesem Zeitpunkt gibt es Planungen unterschiedlicher Förderrichtlinien in Nordrhein-Westfalen, die eine Unterstützung von Familienzentren an Grundschulen einschließen.

  • Vertragsunterzeichnung zwischen Stadt, Land und Stiftung

    Im Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Duisburg-Marxloh findet am 15. Januar 2020 die Auftaktveranstaltung des Bildungsfairbunt.Marxloh statt. Die Kollegien der fünf beteiligten Schulen bringen bereits an diesem Tag gemeinsam Ideen für die Zusammenarbeit ein. Die sechs Handlungsfelder werden vorgestellt, Schülerinnen und Schüler treten gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern des Klavierfestival Ruhr auf und der Kooperationsvertrag wird unterzeichnet – durch NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer, den Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, Sören Link und den Geschäftsführer der Wübben Stiftung, Markus Warnke. Die Kooperation kann starten.

    Fotos der Eröffnungsveranstaltung:

  • Vision und Positionspapier der Schulleitungen

    Die Schulleitungen der fünf Marxloher Schulen sind der Auffassung, dass aufgrund der komplexen Rahmenbedingungen die Benachteiligungen von Kindern und Jugendlichen im Stadtteil Marxloh nicht mehr durch die einzelnen Schulen mit ihren personellen, räumlichen Ausstattungen sowie den bisherigen pädagogischen Konzepten aufgefangen werden können. Aus gemeinsamen Treffen der Schulleitungen und aus der gemeinsamen Analyse der schulischen Bildungssituation in Marxloh entstand eine Vision mit folgendem Ziel: die Kinder und Jugendlichen in ihren Talenten zu fördern, um ihnen den bestmöglichen Schulabschluss und damit eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Die Vision wurde in einem Positionspapier mit sechs Handlungsfeldern dargelegt, mit dem gleichzeitig das Land, genauer das Bildungsministerium in NRW und die Stadt Duisburg um Unterstützung für die Verwirklichung gebeten wurden. 1,5 Jahre später startet der Bildungsfairbunt.Marxloh.

  • Wie alles begann

    Marxloh im Duisburger Norden gehört zu den Stadtteilen, die aufgrund des Strukturwandels in den vergangenen Jahrzehnten vor besonderen Herausforderungen stehen. Der Rückzug der Montanindustrie seit den 1970er und 1980er Jahren hat starke Veränderungen gebracht, die Marxloh bis heute prägen: der Verlust von Arbeitsplätzen, sinkende Kaufkraft und der Fortzug ökonomisch stabiler Bevölkerungsschichten.

    Rund 64 Prozent der insgesamt ca. 20.000 Marxloher haben einen Migrationshintergrund. Der Stadtteil ist stark vom Zuzug aus Südosteuropa geprägt: Aktuell wohnen dort 92 Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher sprachlicher, religiöser und kultureller Orientierung. Vor diesem Hintergrund haben sich die Schulleitungen der drei Grund- sowie der weiterführenden Schulen zusammengetan und ein gemeinsames Positionspapier im Juni 2018 verfasst.